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Schutzstreifen geben Sicherheit (Mai 09)

Ein sehr eigenwilliger Antrag der FDP zum Thema Radverkehr, den wir hier in Kürze noch näher vorstellen werden, sowie Anfragen zur Baumaßnahme ab Ecke Tivolistraße nach Gürzenich, sind Anlaß, hier etwas Grundsätzliches zur Radverkehrsplanung zu sagen.

Schutzstreifen geben Sicherheit

Mit so genannten Schutzstreifen für Radfahrerinnen und Radfahrer - insbesondere an Hauptverkehrsstraßen - soll das Radfahren sicherer gemacht werden!
Schutzstreifen für Radfahrerinnen und Radfahrer sind Radverkehrsanlagen, die am ohnehin überwiegend von den Radfahrerinnen und Radfahrern benutzten rechten Randbereich der Fahrbahn durch eine gestrichelte Linie abmarkiert werden.

Schutzstreifen entflechten den Verkehr

Durch die Schutzstreifen wird dem Fahrradverkehr auf der Fahrbahn ein eigenständiger Bereich zugeordnet, der für eine gewisse Entflechtung von Auto- und Fahrradverkehr sorgt, ohne sie strikt zu trennen. Sie signalisieren den Autofahrerinnen und Autofahrern auffällig, diese Fläche möglichst für den Radverkehr freizuhalten. Im Bedarfsfall kann die Markierung aber auch abschnittsweise überfahren werden, beispielsweise von Bussen oder Lastkraftwagen.
Je nach Ausgangsbreite der Fahrbahn können die Schutzstreifen zwischen 1,25 und 1,60 Metern breit sein. Sie kennzeichnen den Raum, den Radfahrerinnen und Radfahrer sowieso beanspruchen, und erinnern Autofahrerinnen und Autofahrer sehr deutlich an die nötige Rücksichtnahme gegenüber dem Radverkehr.

Auf dem Schutzstreifen werden darüber hinaus immer öfter vor den Ampeln vorgezogenene Haltelinien für den Radverkehr markiert, so dass die Radfahrerinnen und Radfahrer im Sichtfeld der Autofahrerinnen und Autofahrer halten und so einen räumlichen und zeitlichen Vorlauf erhalten. Dies trägt zusätzlich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei. Tests haben bewiesen: Die durch die Anlage von Schutzstreifen erzielte optische Gliederung und Verengung der Fahrbahn ist auch dann noch sinnvoll, wenn eine hohe Kraftfahrzeugverkehrsbelastung besteht und die Schutzstreifen so des Öfteren von Lastkraftwagen überfahren werden. Radfahren ist dann immer noch sicherer als auf einer breiten Fahrbahn ohne Schutzstreifen.
Im Bereich von Einmündungen und Kreuzungen werden anstelle von Schutzstreifen so genannte Radfahrerfurten markiert. Diese bieten den Radfahrerinnen und Radfahrern mehr Sicherheit als das ungesicherte Mitradeln, aber auch mehr Schutz als manche der bisher üblichen separaten Radwege, weil im Blickfeld des Autoverkehrs und exakt an den normalen Haltelinien des Querverkehrs geradelt wird.

In Betracht kommen die Schutzstreifen vor allem dort, wo der Radverkehr auf Hauptverkehrsstraßen besser gesichert werden soll und aus Platz- und Kostengründen andere Maßnahmen nicht zu realisieren sind. Zudem fehlt vor allem im Innenstadtbereich oftmals auch der Platz für ausreichend breite Radwege. Schutzstreifen auf Fahrbahnen sind also ein taugliches Mittel zum besseren Schutz von Radfahrerinnen und Radfahrern an Hauptverkehrs- und Sammelstraßen. In den letzten Jahren sind mit den Schutzstreifen sehr gute Erfahrungen gemacht und nachweisbare Sicherheitserfolge erzielt worden.
Haben Sie Fragen zu diesem Thema?
Wenn Sie Fragen, Hinweise oder Anregungen zum Thema Radverkehr haben, wenden Sie sich bitte an den Fahrradbeauftragten der Stadt Düren, Herrn Uwe Schmitz und parallel auch an die Stadtratsfraktion.

Und nun sagen wir Ihnen auch gerne noch, warum Radstreifen oft auch besser sind, als getrennte Radwege auf dem Hochbord des Bürgersteiges
Eine sehr gute zeichnerische Darstellung zu den typischen Konflickten bei getrennten Radwegen finden Sie im Download. Ich empfehle Ihnen, das PDF nun zu öffnen ....

Ein Blick in die Unfallstatistik beweist es: Auf der Straße markierte Radfahrstreifen sind objektiv erheblich sicherer als separat geführte Radwege.
Diese Erläuterungen entstanden in Anlehnung an einen Text in der Luftpupe des ADFC Aachen, mit dem ich gerne zusammenarbeite. Vielen Dank für die gute Vorarbeit.

Unfallursachen

Die Unfälle geschehen an den Kreuzungen mit anderen Straßen und an Ein-/Ausfahrten. Wer als Radfahrer dort auf dem Radweg fährt, muss damit rechnen, nicht gesehen und daher angefahren zu werden. Aber auch Unfälle zwischen Radfahrern untereinander oder zwischen Fußgängern und Radfahrern sind vorgekommen. Während erstere darauf zurückzuführen sind, dass Radfahrer als sog. Geisterfahrer den Radweg in die falsche Richtung benutzten oder abends unbeleuchtet fuhren, sodass sie von schnelleren Radfahrern übersehen wurden, kommen letztere auch dadurch zustande, dass viele Fußgänger den Radweg mitbenutzen, obwohl sie dort genauso wenig gehen dürfen wie auf der Straße.

Subjektive Sicherheit auf dem Radweg erweist sich als trügerisch

Sowohl die Unfallstatistik als auch verschiedene repräsentative Untersuchungen konnten bislang allerdings leider nichts daran ändern, dass sich viele Radfahrer auf einem Radweg subjektiv sicherer fühlen als auf dem Radfahrstreifen oder Schutzstreifen. Dies gilt in besonderem Maße für die Eltern von Kindern, die Angst haben, ihre Kinder auf der Straße oder dem Radfahrstreifen fahren zu lassen, obwohl die Benutzung von Radwegen objektiv viel gefährlicher ist. Von Kindern bis acht Jahre, die selbst bei vorhandenem Radweg den Gehweg benutzen müssen, ist hier übrigens nicht die Rede. Aber auch sie sollten natürlich unbedingt auf die besonderen Gefahren hingewiesen werden.
Wie trügerisch die vermeintliche Sicherheit auf dem Radweg ist, zeigt das hier als Download angebotene Schaubild „Typische Konflikte bei der Führung auf innerörtlichen Radwegen“, welches uns freundlicherweise vom Rhein-Erft-Kreis zur Verfügung gestellt wurde (siehe Download unten). Die Erläuterungen zu diesen Bildern:
Radwege sind objektiv unsicherer
Nicht nur „stationäre“ Hindernisse wie Mülltonnen, gelbe Säcke und Kundenstopper (12), Poller und Ampelmasten (13) sowie parkende Kraftfahrzeuge (6) stören beim Fahren auf dem Radweg und zwingen immer wieder zu rechtswidrigen Ausweichmanövern auf den Gehweg. Viel problematischer und unfallträchtiger sind die Konflikte an Kreuzungen sowie an Ein- und Ausfahrten, wo Kraftfahrer häufig nicht damit rechnen, dass dort ein Radfahrer kommt.
Dementsprechend oft werden die Radfahrerfurten und leider manchmal auch die darauf fahrenden Radfahrer von in die Kreuzung einfahrenden Kraftfahrzeugen (1) oder von abbiegenden Kraftfahrzeugen (4) einfach überfahren oder die Kraftfahrer versperren in Ausfahrten gleich den ganzen Radweg (2) und den Fußweg gleich mit. Auch „Geisterradler“ (3), die auf dem Radweg in die falsche Richtung fahren, provozieren Unfälle, insbesondere dann, wenn sie bei Dunkelheit auch noch ohne Licht unterwegs sind.
Anmerkung: Wenn der Radweg in Gegenrichtung ausdrücklich freigegeben ist, dann darf und muss man ggf. natürlich dort auch fahren und ist kein „Geisterradler“.
Darüber hinaus kommen einem auf dem Radweg auch Fußgänger immer wieder in die Quere, weil sie häufig den Radweg gleich mitbenutzen (7) oder beim Überqueren von Straßen (8) oder an Bushaltestellen (10) + (11) nicht auf den Radverkehr achten.
Geschwindigkeit von Radfahrern wird meist unterschätzt
Ein weiteres Problem ist die oftmals stark unterschätzte Geschwindigkeit von Radfahrern, die von Kraftfahrern insbesondere auf Radwegen noch weniger wahrgenommen wird: Während Fußgänger mit einer Geschwindigkeit zwischen 1,8 km/h bis 6,5 km/h gehen, bringen Radfahrer es je nach Gefälle, Fahrradtyp, persönlicher Kondition und Beschaffenheit der Fahrbahnoberfläche auf eine Geschwindigkeit zwischen 12 km/h und 60 km/h. Der Weltrekord mit einem Spezialfahrrad liegt übrigens bei 268,831 km/h(!).
Selbst langsame Radfahrer fahren also mindestens doppelt so schnell als schnelle Fußgänger gehen. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) nebst ihren Verwaltungsvorschriften regelt daher völlig zu Recht, dass nur in Ausnahmefällen die Anordnung von benutzungspflichtigen Radwegen erfolgen darf. Der Regelfall ist das Benutzen der Fahrbahn. Nach dem derzeitigen Stand der geplanten StVO-Novelle darf zukünftig keine Benutzungspflicht eines Radweges angeordnet werden, wenn dieser unsicherer ist als die Benutzung der Fahrbahn; dies gilt selbst dann, wenn dadurch die Flüssigkeit des Verkehrs verringert wird. Der Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer soll damit ein Vorrang eingeräumt werden, was sehr zu begrüßen ist.
Radfahrstreifen und Schutzstreifen sind objektiv sicherer


Das Schaubild „Typische Konflikte bei der Führung auf Radstreifen (Schutzstreifen oder Radfahrstreifen)“ könnte suggerieren, dass es keine Konflikte mehr zwischen Radfahrern und Kraftfahrern gibt, wenn Radfahrstreifen (1,50 m breit) oder Schutzstreifen (1,25 m breit) vorhanden sind. Dies ist natürlich auch vom Rhein-Erft-Kreis so nicht gemeint und nicht zutreffend. Mann kann natürlich nicht einfach nur Schutzstreifen ziehen und meinen, dann würden keine Unfälle mehr passieren.

Einige Gründe dafür sind:
Obwohl Radfahrer auf der Straße erheblich besser gesehen werden als auf dem Radweg, können sie sich bei abbiegenden Kraftfahrzeugen trotzdem im toten Winkel befinden (4).
Auch auf der Straße fahrende Radfahrer können von plötzlich geöffneten Autotüren (5) gefährdet werden, insbesondere dann, wenn sich zwischen Radstreifen und Parkstreifen kein Sicherheitsstreifen befindet. Radstreifen werden von Kraftfahrern gerne zumindest vorübergehend zum Be- und Entladen zugeparkt (6). Dennoch sind Radfahrstreifen oder Schutzstreifen objektiv sicherer als Radwege, da viele Konfliktpunkte entfallen. Dies wird sowohl durch Untersuchungen als auch durch die Unfallstatistik belegt.
Wir setzen uns daher schon lange dafür ein, bei der Neugestaltung von Straßen keine separat geführten Radwege mehr zu bauen, sondern stattdessen Radfahrstreifen oder zumindest Schutzstreifen zu markieren. Des Weiteren fordern wir, die Benutzungspflicht möglichst aller vorhandenen benutzungspflichtigen Radwege aus Gründen der Verkehrssicherheit aufzuheben.

Empfehlung: Radfahrer sollten möglichst auf der Straße fahren

Da die Benutzungspflicht der Radwege z.T. wegen Unterschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbreite schon vor einigen Jahren aufgehoben wurde, empfehlen wir jedem Radfahrer, dort möglichst nicht auf dem Radweg zu fahren sondern die Straße benutzen, um das eigene Unfallrisiko zu vermindern. Dies gilt selbstverständlich auch für alle anderen Straßen mit nicht benutzungspflichtigen Radwegen. Einige Punkte in Düren sind noch zu prüfen, z.B. in der Josef-Schregel-Str. zwischen Wirteltorplatz und Bahnhof. Hier ist die Radwegebenutzungspflicht u.E. aufzuheben, da der Radweg oft unzumutbar ist!
Die vorhandenen Bedenken und Unsicherheiten vieler Menschen wollen wir mittels entsprechender Öffentlichkeitsarbeit ausräumen, indem wir über den Konflikt zwischen subjektiv empfundener und objektiv messbarer Sicherheit informieren. Wir wollen möglichst viele Menschen davon überzeugen, dass die geplanten Veränderungen kein Minus, sondern ein Plus an Verkehrssicherheit bringen, denn nur eine breite Akzeptanz der Maßnahmen kann zu einer Verbesserung des Klimas zwischen Kraftfahrern und Radfahrern sowie zu einer Erhöhung des Radverkehrsanteils führen.
Mindestseitenabstand von 1,5 bis 2 Meter zum Radfahrer einzuhalten – auch bei Radfahrstreifen
Zu Guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass der Mindestabstand beim Überholen zwischen Kraftfahrzeug und Fahrrad 1,50 m bis 2,00 m beträgt – und zwar unabhängig davon, ob ein Radfahrer auf einem markierten Radfahrstreifen bzw. Schutzstreifen oder auf der „nackten“ Straße fährt. Dies wird leider von fast allen Kraftfahrzeuglenkern mal mehr und mal weniger missachtet.
Georg Schmitz

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