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Ortsverband Düren 
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Neuer Kanal in der Ruraue? (April09)

22.04.09: Stichworte zum Thema Hauptsammler Düren

Die politische Verantwortung für die derzeitige Situation trägt der Verbandsvorsteher, Dürens Bürgermeister Paul Larue, der bisher weder den Stadtrat ausreichend informierte, noch seinen eigenen Baudezernenten.

Der Wasserverband Eifel Rur (WVER) hat im Stadtentwässerungsausschuss am Montag auf Vorschlag des Geschäftsführers der Stadtentwässerung Düren einen kurzen Vortrag über das Projekt Entlastungssammler Düren gehalten. Es gibt keine Drucksache dazu, aber da der Vortrag sehr brisante Informationen für die Stadtentwicklung enthielt, fasse ich einige Informationen und Eindrücke zusammen.

Es gibt ein Hauptabwasserrohr auf der rechten (östlichen) Rurseite, welches Abwasser aus dem Bereich zwischen Kreuzau und Düren-Merken zur Kläranlage führt. Mit angeschlossen sind u.a. auch die vielen Industriebetriebe und die Abwässer der Kläranlage Horm.

Diese dicke Leitung muss gemäß der Vorschriften (SÜV Kanal) überprüft werden, um Schäden auszuschließen. Dies ist nicht nur nötig, um z.B. einen Einsturz des Kanals mit allen Folgen zu vermeiden, sondern auch um einen Abfluss von Abwässern ins Grundwasser zu verhindern. Die erste vollständige Prüfung hätte bis 2006 erfolgen müssen, weitere Prüfungen sind alle 5 Jahre vorgesehen. Diese Prüfung war und ist aber nicht möglich, da der Hauptsammler ständig gefüllt ist. Die Abwassermengen haben im Laufe der Jahre strak zugenommen. Da die Prüfung nicht möglich ist, hat der WVER sich eine Ausnahmegenehmigung beim RP geholt und im stillen Kämmerlein an Lösungen gearbeitet. Gleichwohl weiß man inzwischen, dass der Hauptsammler marode ist, denn z.B. die Schächte sind stark angegriffen und z.T. fast einsturzgefährdet.

Um den Kanal zu prüfen und zu sanieren, müsste das Abwasser durch provisorische Rohre oberhalb des Sammlers geleitet werden. Dies kostet viel Geld. Der WVER geht von 20Mio.€ für diese Provisorien aus und von 5 Mio. für die reine Sanierung.

Da man damit aber noch keine zusätzlichen Kapazitäten für die Zukunft geschaffen hätte, will der WVER lieber eine große Lösung anstreben und ein solches Hauptsammelrohr auf der ges. Strecke noch einmal parallel auf der linken (westl.) Seite der Rur verlegen und beide Rohre mit einigen Verbindungen unter der Rur hindurch anbinden.   

Dies wäre zunächst natürlich sehr viel teurer, aber bei einer Abschreibungszeit von 66Jahren würde es sich aus Sicht des WVER rechnen.   

Man muss sich das nun einmal praktische vorstellen:
Es würde ein mind. 80cm dickes Rohr auf der ges. linken Rurseite verlegt. Die Ruraue würde dadurch total zerstört. Danach würde dann das Rohr auf der rechten Rurseite saniert, was natürlich auch wieder größere Baumaßnahmen verlangt. Dies setzt jedoch voraus, dass der rechte Kanal auch noch 10Jahre hält, denn die Bauzeit des neuen Rohres wird mit 10Jahren veranschlagt!
Hoffen wir, dass der Kanal nicht schon zuvor zusammen fällt.

Unser erste Bewertung des Sachverhaltes:
Ein solch gravierender Einschnitt kann und darf nicht allein im Wasserverband behandelt werden. Die Stadt muss umfassend beteiligt werden. Der Bau eines zweiten Hauptsammlers an der Rur wäre für Düren ein ähnlich bedeutsamer Eingriff, wie der U-Bahn-Bau für Köln.   

Die Überlegungen des WVER sind für uns derzeit nicht überprüfbar, aber Alternativen zu der Idee müssen noch stärker geprüft werden, denn die Maßnahme wäre eine wirklich schreckliche und kaum vorstellbare Belastung für die Stadt. Der ökologische Wert, aber auch der Erholungswert der Ruraue würde vollständig zerstört.

Bis 2006 hätte eigentlich gemäß der Rechtslage dieser Kanal überprüft werden müssen. Da dies technisch derzeit gar nicht möglich ist, hat man an Lösungen gebastelt, die Stadtgremien aber bisher in keiner Weise eingebunden. Wir können mit den vorhandenen Fakten natürlich keine konkreten Lösungsvorschläge machen, aber es besteht ein riesiger Klärungsbedarf. Jeder, der von dem Problem hört, ist geradezu geschockt und in großer Sorge.

Die politische Verantwortung für die derzeitige Situation trägt der Verbandsvorsteher, Dürens Bürgermeister Paul Larue, der bisher weder den Stadtrat ausreichend informierte, noch seinen eigenen Baudezernenten.

Übrigens: Wenn man etwas recherchiert, kommt man an die Idee, dass der WVER u.U. weitere Kläranlagen im Südkreis (z.B. Nideggen) schließen und an den Hauptsammler anschließen möchte. Siehe dazu:
http://commander-ikarus.blogspot.com

Dies wurde im Vortrag natürlich nicht gesagt. Dies wirft viele weitere Fragen auf. Wenn dies in Zukunft so geschehen würde, wäre der zweite Sammler, der uns als nötige Entlastung vorgestellt wurde, ja auch stark belastet. Wie, bitte schön, sollte dann die regelmäßige Überprüfung und ggf. eine später wieder irgendwann einmal nötige Sanierung von neuen Schäden abgewickelt werden? Es bleiben mehr Fragen als Antworten! Weitere Infos folgen an dieser Stelle baldmöglichst!
Georg Schmitz
Der Onlinepressetext der Dürener Zeitung dazu (m.E. allerdings mit einem Zahlenfehler):
http://www.az-web.de
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Rurwehr bei Niederau
Rurwehr bei Niederau Zoom

Am Rurwehr
Am Rurwehr Zoom

Auch mitten durch den Willi-Brand-Park würde die Großbaustelle führen.
Auch mitten durch den Willi-Brand-Park würde die Großbaustelle führen. Zoom

An der Kreisbahntrasse Richtung Norden gesehen. Links würde der Kanal verlaufen.
An der Kreisbahntrasse Richtung Norden gesehen. Links würde der Kanal verlaufen. Zoom

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